Der Begriff Laser ist heutzutage zu einem Synonym für modernstes operatives Vorgehen geworden. Eine beliebte Frage der Patienten vor Operationen ist daher: “Wird das auch mit Laser gemacht ?”

Erklärend muß man dazu anfügen, ein Laser ist auch nur ein Werkzeug wie viele andere in der Chirurgie. Wie andere Werkzeuge auch, hat er Stärken und Schwächen. Für manche Eingriffe gibt es nicht Besseres und für andere ist er nicht geeignet. Erschwerend kommt noch hinzu: Laser ist nicht gleich Laser ! Es gibt viele verschiedene für spezielle Anwendungen. Im folgenden gehe ich daher auf den Zweck des Lasers bei den von uns durchgeführten Eingriffen ein und wie der Ablauf der Operation sich für den Patienten gestaltet.

Immer gleich bleibt das Prinzip, daß der Patient sich vor den Laser setzt und den Kopf auflegt wie bei der normalen Untersuchung an der Spaltlampe auch. Man muß nicht nüchtern sein, bekommt keinen Verband hinterher und eine Spritze ist nicht notwendig. Es werden Tropfen - zur Betäubung der Oberfläche - in das Auge getropft. Sie brennen meist etwas. Dann wird ein Glas auf das Auge gesetzt, was man aber nicht spürt. Dadurch kann der Operateur die zu behandelnde Stelle besser erkennen (sie wird vergrößert), er kann über Spiegelsysteme “um die Ecke gucken” und der Patient kann nicht im falschen Moment das Lid schließen. Jetzt blitzt es etwas auf, das Gerät piepst und je nach Laser spürt man garnichts oder ein leichtes Stechen. Ist die Behandlung abgeschlossen, kann man wieder nach Hause gehen und muß eigentlich nichts beachten, ausser den Kontrolltermin einzuhalten und in bestimmten Fällen ein Weile Tropfen zu nehmen.

1. Laserbehandlung des Nachstars

Im Anschluß an eine Staroperation kann sich bei einem gewissen Prozentsatz der Patienten nach einiger Zeit eine erneute Trübung zeigen. Die verbliebene hintere Membran der alten Linse trübt ein. Dies ist dank dem Laser heute problemlos ohne Schnitt bzw. erneute Eröffnung des Auges entfernbar. Im Gegensatz zu den folgenden Laserformen spürt man hier überhaupt nichts. Der Eingriff ist nach einer Minute vorbei. Anschließend müssen für 10-14 Tage Augentropfen genommen werden. Das Sehen ist nach 1-2 Tagen wieder wie nach der Grauen-Star-Operation. Ein Rezidiv kommt nicht vor.

2. Laserbehandlung von Netzhautveränderungen nach Thrombose oder durch Diabetes

Durch Thrombosen oder durch diabetische Veränderungen der Netzhaut kann es zum Absterben von Teilen der Netzhaut kommen. In diesen Arealen besteht die Gefahr der Bildung von Gefäßwucherungen mit der Möglichkeit von Einblutungen in das Auge und der Entwicklung eines grünen Stars. Der Laser vernarbt daher diese abgestorbenen Bereiche, um dies zu verhindern. Eine Sehsteigerung bedeutet dies leider nicht. Es dient lediglich der Stabilisierung des Netzhautbefundes. In der Regel sind viele Laserherde notwendig. Die Behandlung kann schon mal 10-15 Minuten dauern und die Pupille muß weitgetropft werden. Man spürt in bestimmten Bereichen ein deutliches Stechen - wie mit Nadeln - im hinteren Augenbereich. Man kann es aber aushalten.

Eine Sonderform ist der Zentrallaser. Hier werden deutlich weniger Herde angewandt, es ist auch meist nicht besonders schmerzhaft. Er dient der Verdrängung von Schwellungen am hinteren Augenpol. Wirkt er gut, kann es zu einer Sehverbesserung kommen.

3. Laserbehandlung von Netzhautlöchern

Wird bei einer Netzhautuntersuchung ein Loch entdeckt, muß als erstes entschieden werden ob es sich um eine harmlose Form oder eine bedrohliche Variante mit der Wahrscheinlichkeit einer Netzhautablösung im weiteren Verlauf handelt. Ist letzteres zu bejahen, erfolgt ein zirkuläres oder U-förmiges “Abriegeln” des betroffenen Bezirks, damit sich die Netzhaut nicht ablösen kann. Das Stechen ist deutlich geringer als bei 2., es sind weniger Laserherde notwendig und die Pupille muß weitgetropft werden. Regelmäßige Netzhaut- kontrollen sind wichtig, um die Stabilität des Befundes zu überprüfen.

4. Laserbehandlung des grünen Stars

Bei der Laserbehandlung des grünen Stars gibt es zwei Varianten:

Bei einer Variante wird ein kleines Loch in die Regenbogenhaut geschossen um den Flüssigkeitsausgleich im Auge zu erleichtern. Dies geht schnell, die Pupille bleibt eng aber es sticht kurz recht heftig.

Bei der anderen Variante wird der Kammerwinkel des Auges (der Bereich wo die Augenflüssigkeit abfliesst) so verändert, daß er Abfluss zumindest für einige Jahre besser funktioniert. Die Behandlung dauert ca. 5 Minuten und schmerzt kaum. Die Pupille wird nicht erweitert.

5. Laserbehandlung von Sehfehlern

Laserbehandlung von Sehfehlern führen wir nicht durch. Dies wird in der Regel am besten durch spezialisierte Operateure erledigt, die sich ausschließlich mit der Korrektur von Sehfehlern befassen. Zum Prinzip siehe unter AUGE-ONLINE